Greifvögel

Greifvögel im Flug zu fotografieren ist immer wieder ein spannender Vorgang. Normalerweise kurven diese Vögel ja nicht in einer optimalen Distanz um einen herum. Um gute Bilder von diesen Jägern "schiessen" zu können, müsste der Fotograf folglich sehr lange und lichtstarke Brennweiten einsetzen (z.B. 600 mm und mehr). Lange Brennweiten sind sehr teuer und machen Zusatzinvestitionen nötig.  Die Objektive sind sehr schwer (4 - 5 Kg) und damit unhandlich. Aufgrund des Gewichtes der Kamera und des Objektives sind äusserst stabile Stativ- und Stativkopf-Kombinationen unabdingbar (die sind dann aber auch wieder schwer). Die Tiefenschärfe oder Schärfentiefe ist sehr gering und der fotografische Ausschuss somit eher hoch (gut, spielt bei der digitalen Fotografie eher eine untergeordnete Rolle - aber dennoch, "den Schuss" danebenzusetzen kann gehörig ärgern).   

 

Die Anschaffungskosten eines solchen Objektives und der benötigten, sinnvollen Stativkombination lassen sich vermutlich nur für einen Vollblut-Ornitologen rechtfertigen (was ich nicht bin). Die heute verfügbare Technologie erlaubt aber auch mir m.E. vernünftige Fotografien von Greifvögeln machen zu können. Dank einem 36 MP Sensor (Nikon D800, ist nicht die schnellste aber für die Geschwindigkeit von Greifvögeln reicht die Bildrate von 4 bis 5 Bildern in der Sekunde allemal) genügt ein 200er Tele mit einem 1.7 Konverter (= Brennweite 340mm). Die grossen Bilder (36 MP) lassen sich stark beschneiden (crop) und es bleiben noch genügend Bildinformationen vorhanden. Diesen Sensor mit einem 400er Tele f2.8 und einem 1.7- oder 2-fach Konverter kombiniert, würde m.E. eine ideale Kombination für die (meine) Fotografie von Greifvögeln darstellen. Wenn mit einem 200er mit Konverter fotografiert wird, braucht es einen "Trick". Sobald Bauern ihre Felder mähen, erscheinen wie aus dem Nichts die Bussarde und Milane. Ein gemähtes Feld stellt für die Greifvögel ein ideales Jagdrevier dar, die Beute ist in diesem Moment ohne Deckung und damit auf dem Präsentierteller. Für die Jäger ist quasi "der Tisch gedeckt".

 

Mit Blick auf das verlockende Angebot ist der Fotograf für den Vogel in diesem Moment eher uninteressant und es werden Aufnahmen in einer Distanz von 30 oder weniger Metern möglich. 

Crop mit dem 36 MP Sensor